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1945 – 1966

Wiederaufbau und Umgestaltung

Nach Kriegsende stand man auch in den „Riehler Heimstätten“ im wahrsten Sinne des Wortes vor einem Trümmerhaufen. Aus strategischen Gründen hatten die Alliierten versucht, die Mülheimer Brücke zu zerstören und diese großflächig bombardiert. Hierbei fielen auch viele Bomben auf das Heimgelände. Zum Ende des Krieges musste Riehl dann sogar evakuiert werden, da es in der Kampfzone lag.

40 % der Gebäude auf dem Gelände waren zerstört, die Häuser ausgeplündert und einige Wohnungen durch Obdachlose fehl belegt. Im Haus P 5 (heute Haus B) wohnten Fremdarbeiter, die auf die Rückkehr in die Heimat warteten. Verschärft wurde die Situation dadurch, dass ehemalige Kölner wieder zurück in ihre Heimatstadt zogen.

Der wieder eingesetzte ehemalige Leiter der „Riehler Heimstätten“, Dr. Bernhard Weltring, hatte die schwere Aufgabe, die notwendige Infrastruktur (Wasser, Strom, Fernwärme) wieder herzustellen und den Betrieb der Küche und Wäscherei zu garantieren. Der Wiederaufbau teilzerstörter Häuser (G, K, O, V 1) wurde zügig in Angriff genommen. Für die Häuser P 2 (später AV-Haus), V6, das Schwesternhaus (heute Haus 14) und die katholische Kirche wurden Ersatzbauten erstellt.

Im Rahmen des Wiederaufbaus und der Ersatzbauten konnten die Sechsbettzimmer in den Pflege- und Versorgungsheimen in Vierbettzimmer umgewandelt werden. 1958 betrug der tägliche Pflegesatz 5 DM bei einem Zuschlag von 2 DM für schwere Pflegefälle.

Auch die Betreuungsangebote wurden für die Bewohner verbessert. Die ersten Fernsehapparate standen im Klubhaus und im Haus V 3. Auch wurden die Werkstätten, in denen die Bewohner arbeiten konnten, wieder in Betrieb genommen.

1963 erfolgte ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der „Riehler Heimstätten“. Die Bundesrepublik Deutschland verzichtete endgültig auf die „Kasernenstadt Riehl“ und übertrug das Heimgelände der Stadt Köln. Damit war die Gelegenheit zu Neubauten und zur Umgestaltung der Anlage gegeben. Die erste Maßnahme war der Abbruch der Kasernenmauer, die durch eine Umzäunung ersetzt wurde, um eine höhere Transparenz zu erreichen.

Das Haus P 1 wurde als Pflegeheim mit Krankenstation und Therapieeinrichtungen ausgebaut. Das neue Klubhaus mit Festsaal, Gruppenräumen und Bibliothek wurde festlich übergeben. Die Wohnstiftshäuser (heute Service-Wohnungen) sollten durch zwölf damals moderne Laubenganghäuser ersetzt werden. Zwei Häuser sind tatsächlich errichtet worden und stehen heute noch (Haus C und D).

Die Personalknappheit in den 1960er Jahren war ein großes Problem. Am Wochenende halfen die Schülerinnen der Ursulinenschule den Pflegekräften, zur Nachwuchsgewinnung wurde eine Krankenpflegehilfeschule aufgebaut und koreanische Pflegekräfte angeworben. Um den Arbeitsplatz attraktiver zu machen wurde zudem eine Kindertagesstätte und ein Personalwohnheim (W 9) auf dem Gelände eingerichtet.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner war die Wiederaufnahme der jährlichen Schiffstour ein Höhepunkt und im Sinne einer medizinischen Rehabilitation war die Einrichtung einer Beschäftigungstherapie von größter Wichtigkeit.

20 Jahre nach dem Krieg war die Phase des Wiederaufbaus abgeschlossen. Ab dann konnte die Einrichtung – nunmehr „Städtisches Altenheim Köln-Riehl“ genannt – in eine moderne Altenhilfeeinrichtung umgestaltet werden.

(Vielen Dank an Joachim Brokmeier)