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1966 – 1985

Modernisierung und Erweiterung

Die anhaltend gute wirtschaftliche Lage erlaubte auch in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre allgemeine soziale Verbesserungen. Diese Entwicklung erreichte auch das Altenheim Riehl (der Begriff „Riehler Heimstätten“ sollte nicht mehr verwendet werden, da vermutet wurde, dieser sei negativ besetzt). Unter den Direktoren Wilhelm Menten (1966 bis 1970) und Heinz Müller (1970 bis 1985) machte die Einrichtung einen deutlichen Fortschritt. Systematisch erhielten alle Gebäude innen und außen neue Anstriche, fahrbare Pflegebetten, Sitzgruppen für die Bewohnerzimmer sowie Wäsche- und Kleiderschränke. Wohnlichkeit, aber auch Funktionalität standen hier im Vordergrund.

Ende der 1960er Jahre beschloss der Rat der Stadt Köln, neben dem Altenheim Riehl mit dem Außenheim Mülheim weitere dezentrale städtische Einrichtungen zu schaffen, „damit die Senioren in ihren alten Vierteln verbleiben können“. So wurden 1967 eine Einrichtung in Sülz, 1967 das Wohnheim für Körperbehinderte in Mülheim, 1968 das Gebrüder-Coblenz-Stift in Deutz, 1971 das Altenwohnheim Bocklemünd/Mengenich und 1977 das Altenheim Dellbrück neu in Betrieb genommen beziehungsweise der Verwaltung der Städtischen Altenheime Köln unterstellt.

Für Riehl billigte der Rat 1974 einen „Zielplan“, der die Umwandlung in eine moderne Altenhilfeeinrichtung ermöglichen sollte. Neben der Sanierung und dem Umbau der Altbauten waren hierbei auch eine Reihe prägender Neubauten vorgesehen. So wurde 1976 das Gebäude P8 als Altenkrankenheim mit 240 Plätzen in Betrieb genommen. Für den Altenwohnbereich folgten die Hochhäuser R (1976) und S (1982) sowie 1977 das ursprünglich für Personalwohnungen vorgesehene Gebäude W10 (heute F-Haus). 1976 wurde zudem eine neue Pforte an der Boltensternstraße errichtet und eine nördliche Umgehungsstraße angelegt, um den Verkehr innerhalb des Heimgeländes zu entlasten. Die heimeigene Fernwärme wurde aufgegeben und das Heim an das Heizwerk Niehl angeschlossen. Auch wurde die Zentralküche modernen Anforderungen baulich angepasst.

Im Bereich der Pflegeheime konnten durch die vielen baulichen Umgestaltungen die Vierbettzimmer in den Altbauten allmählich in Zweibettzimmer umgewandelt werden. Auch bei der Betreuung der Bewohner traten deutliche Verbesserungen ein. Bereits 1969 wurde ein Heimbeirat gegründet und ab 1971 eine Heimzeitung (heute „Echo“) als Sprachrohr der Verwaltung und der Bewohner herausgegeben. Die Beschäftigungstherapie wurde um eine Hobby- und Freizeitstätte erweitert und die kulturellen Angebote im Klubhaus den Bedürfnissen der Bewohner weiter angepasst. Zur Verbesserung der Außenkontakte der Bewohner wurde ein „Rollstuhlfahrerbus“ angeschafft.

All dies wurde trotz einer angespannten Personalsituation geleistet. Diese hatte sich noch einmal verstärkt durch den Abzug der Ordensschwestern der Vinzentinerinnen, die Ende 1974 ihren Gestellungsvertrag – ebenfalls wegen Personalmangels – kündigten. Es wurden weitere ausländische Mitarbeiter angeworben und 1975 ein eigenes Fachseminar für Altenpflege gegründet. Diese hilft bis heute die Personalnot zu verringern und den Qualifikationsgrad der Beschäftigten zu verbessern.

Ebenfalls 1975 wurde im Rahmen der Wirtschaftlichkeit erstmalig ein kostendeckender Pflegesatz eingeführt. 1981 folgte die erste Betriebsabrechnung. Dies waren die ersten Schritte und die Vorboten der weiteren Entwicklung weg von der subventionierten Einrichtung hin zu einem sich selbst tragenden Wirtschaftsunternehmen.

(Vielen Dank an Joachim Brokmeier)